Fruchtig, beerig, prickelnd ...

Je nach Sorte und Herkunft variiert die Farbe von einem blassen Stroh- bis Hellgelb beim weißen Uhudler. Zartes Rosa, helles Kirsch- oder Zwiebelschalenrot bis hin zu Ziegelrot kann die Farbpalette der blauen Trauben hervorbringen.

Im Duft hat der Uhudler aus dem Südburgenland eine ausgeprägte fruchtige Note von Walderdbeeren, hellen Beeren und Fruchtigkeit. So einzigartig der Geruch in der Nase ist, so unvergleichbar ist der Geschmack des Uhudlers. Denn überraschenderweise ist auf der Zunge eine herbe und säurebetonte Note leicht erkennbar.

... typisch, einzigartig, genussvoll!

Aus den Uhudlertrauben werden allerdings nicht nur Weine gekeltert, sondern auch weitere Produkte wie:  fruchige Säfte, milde Essige, feinste Marmelade, Pralinen, Schokoladen, Würste, Käse, etc. hergestellt. 

 

Uhudler steht unter dem Schutz der Slow Food Stiftung für Biodiversität

Seit jeher ist der Uhudler Teil der kulinarischen Tradition und regionalen Identität des Südburgenlandes. Um den Uhudler in seiner Einzigartigkeit zu bewahren und einer möglichen Ausrottung der Direktträgersorten im Südburgenland per Gesetz und damit einhergehenden Negativwirkungen auf Vielfalt und Naturlandschaft gegenzusteuern, wurde der Uhudler auf Bestreben von Slow Food Burgenland und dem Uhudler-Verein Anfang 2011 als erster Burgenländer in die Slow Food Arche des Geschmacks aufgenommen.

Tausende Gäste aus nah und fern kommen Jahr für Jahr in die Region, um den Uhudler inmitten der bezaubernden, sanfthügeligen Landschaft der „Weinidylle“ zu genießen. Für den Uhudler werden nur unveredelte Sorten (so genannte Direktträger) verwendet, die schon seit über 100 Jahren in der Gegend beheimatet sind. Sie sind für den unverwechselbaren Geschmack nach Waldbeeren und die charakteristische herbe und säurebetonte Note verantwortlich. Aus den Uhudlertrauben werden allerdings nicht nur Weine gekeltert, sondern auch fruchtige Säfte, milde Essige, feinste Marmelade, Pralinen, Schokoladen, Würste, Käse, etc. hergestellt.

Liebkind & Dorn im Auge: Der Wein der Gesetzlosen

Trotz großer Beliebtheit hat der Uhudler eine bewegte Geschichte: Nach dem ersten behördlichen Verbot in den 1930ern wurden die für den Uhudler verwendeten Direktträgersorten in den darauffolgenden Jahrzehnten nahezu ausgerottet. Erst infolge intensiver Bemühungen durch den Verein der Freunde des Uhudler und eine darauffolgende Novellierung des Weingesetzes 1992 darf der Uhudler wieder offiziell erzeugt und verkauft werden. Dennoch ist die Zukunft des Uhudlers ungewiss: Nach 2030 wird eine neue Weinbauverordnung festgelegt, von der abhängt, ob die Uhudler-Rebflächen erhalten bleiben oder per Gesetz gerodet werden müssen. Damit würde der Uhudler für immer ausgelöscht werden.

Weltkulturerbe des Essens: Uhudler ist Arche Passagier

Um die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die einzigartige Naturlandschaft und regionale kulinarische und biologische Vielfalt, aber auch für die Tourismuswirtschaft in der Region durch ein gesetzliches Verbot des Uhudlers zu verhindern, hat Slow Food Burgenland gemeinsam mit dem Uhudler-Verein die Aufnahme des Uhudlers in die Arche des Geschmacks beantragt. 

Nach genauer Überprüfung durch eine internationale Kommission steht der Uhudler seit Anfang 2011 unter dem Schutz der Arche des Geschmacks von Slow Food International und ist somit der erste „Arche Passagier“ aus dem Burgenland.

Die „Arche des Geschmacks “ ist ein internationales Projekt der Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt. Sie ist das „Weltkulturerbe“ des Essens: eine Liste von Pflanzenarten, Nutztierrassen, lokalen und regionalen Lebensmitteln, die geschmacklich herausragend sind, deren Existenz aber gefährdet ist – weil ihre Produktion handwerklich aufwendig ist oder weil sie unter den herrschenden Marktbedingungen als unwirtschaftlich angesehen werden. Die Initiative startete Slow Food Italien 1996, um einzigartige und geschmacklich hervorragende Produkte wieder ins Bewusstsein der KonsumentInnen zu bringen.

Die gemeinnützige Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt wurde von Slow Food International ins Leben gerufen, um die biologische Vielfalt im Lebensmittelbereich und die kulinarischen Traditionen in aller Welt zu verteidigen, eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern, die auf die Umwelt, die kulturelle Identität der Völker und das Wohlbefinden der Tiere Rücksicht nimmt, um die Souveränität der Ernährung, d.h. das Recht der einzelnen Gemeinschaften einzufordern, selbst zu entscheiden, was sie anbauen, erzeugen und essen.

Slow Food ist eine internationale, ehrenamtliche, öko-gastronomische Non-Profit-Organisation, die sich seit 1989 für die Erhaltung kulinarischer und biologische Vielfalt, Veränderung aktueller Standards von Lebensmittelproduktion & -verzehr und gegen den Wahnsinn der Schnelllebigkeit engagiert.

Slow Food Burgenland setzt sich für die Bewahrung von lokaler Esskultur und traditionellem Lebensmittelhandwerk ein, möchte den Bezug zwischen EndverbraucherInnen und ProduzentInnen (wieder)herstellen und Freude am verantwortungsvollen Genießen für alle Alters- und Einkommensgruppen vermitteln.